Stuttgart. Begegnungsräume schaffen, digitale Hürden überwinden und ältere Menschen wieder stärker in die Gemeinschaft einbinden: Die ausgezeichneten Projekte der Ferry Porsche Challenge 2026 unter dem Motto „Gemeinsam älter – Gemeinsam stärker“ zeigen, wie vielfältig den Herausforderungen des Älterwerdens begegnet werden kann. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Porsche Museum zeichnete die Ferry-Porsche-Stiftung am Nachmittag 30 gemeinnützige Organisationen für ihre überzeugenden Konzepte aus. Besonders überzeugte die Jury, wie die Projekte Barrieren abbauen und Themen in den Vordergrund rücken, über die bislang zu wenig gesprochen wird. Anfang des Jahres rief die Stiftung Organisationen aus Baden-Württemberg und Sachsen dazu auf, sich mit ihren Projekten zu bewerben. 200 Konzepte konnten eingereicht werden.
„Mit der Ferry Porsche Challenge 2026 rücken wir gezielt Projekte in den Mittelpunkt, die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen stärken“, sagt Florian Laudan, Vorstandsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung. „Die prämierten Konzepte zeigen eindrucksvoll, wie wirkungsvoll Engagement für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist.“
Die gemeinnützige Hospizium Leipzig GmbH - Hospiz ADVENA erhält für ihr Projekt einen der drei mit jeweils 50.000 Euro dotierten ersten Preise. Auf ihrer barrierefreien Dachterrasse entsteht ein Nutz- und Sinnesgarten als gartentherapeutisches Angebot für schwerkranke Menschen. Natur- und Sinneserfahrungen sollen dabei Wahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Wohlbefinden in der letzten Lebensphase stärken.
Zu den weiteren ersten Preisträgern gehört das Projekt „TischGemeinschaft“ des Regionalverbandes Oberschwaben/Bodensee der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.. Etwa bei der Zubereitung gemeinsamer Mahlzeiten, beim Fahrdienst für mobilitätseingeschränkte ältere Menschen oder bei der Vermittlung digitaler Fähigkeiten engagieren sich die Seniorinnen und Senioren aktiv. So entsteht in Leutkirch ein Ort der Begegnung, der Zugehörigkeit und sozialen Verbundenheit.
Ebenfalls ausgezeichnet wird der Werk 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V. mit dem Projekt „Senior*innen Kreativ- & Digitalwerkstatt“. Ältere Menschen erhalten hier die Möglichkeit, moderne Technologien wie Lasercutting und 3D-Druck kennenzulernen und praktisch auszuprobieren. So verbindet der Verein Kreativität mit digitaler Bildung.
Sonderpreise für gesellschaftlich besonders relevante Impulse
Für besonderes Engagement zeichnet die Ferry-Porsche-Stiftung zwei weitere Projekte mit Sonderpreisen in Höhe von jeweils 30.000 Euro aus. Einer der Sonderpreise geht an den Verein SelbstBestimmt Leben e.V., der im Oktober 2023 den ersten Demenzchor Leipzigs gegründet hat. Das gemeinsame Singen mit den Angehörigen fördert nicht nur das Wohlbefinden und die gesellschaftliche Teilhabe, sondern unterstützt auch die Motorik und kann biografische Erinnerungen wecken.
Der zweite Sonderpreis geht an die Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung mbH (RBMF). Mit dem Projekt „Sturzklinik 2.0“ hat die RBMF ein Aufstehprogramm entwickelt, das älteren Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko mehr Vertrauen in die eigenen Kräfte gibt. So sollen Betroffene befähigt werden, nach einem Sturz eigenständig wieder aufzustehen.
Darüber hinaus vergab die Ferry-Porsche-Stiftung sechs zweite Plätze mit je 25.000 Euro und neun dritte Plätze mit je 10.000 Euro. Weitere zehn Finalisten erhalten Förderungen in Höhe von jeweils 5.000 Euro.